Schlaue Imker lassen ihre Bienen an Tagen mit Wetterumschwung und/oder Gewitter besser in Ruhe.
Blöd nur, wenn man es sich aus beruflichen Gründen nicht aussuchen kann, wann man seine Mädels besucht…
Ich musste also heute die Völker etwas gründlicher durchsehen und Ableger bilden, damit der Schwarmtrieb niedrig bleibt.
Dass es aber genau dann, als ich mich auf den Weg machte, auch noch anfing zu schütten und zu gewittern, fand ich überhaupt nicht lustig.

Egal – dann reinige ich einfach noch ein paar Zargen und Böden und bereite drei Ablegerbeuten vor!
Hab‘ ich gemacht… eine Stunde lang… nerv… es tröpfelt weiter…
Okay, also nutze ich doch einfach diesen typischen Aprilwettertag, um zu sehen, wie chillig meine Mädels sind!
Und das war eine GUTE ENTSCHEIDUNG!
Ich konnte aus allen drei Völkern jeweils einen Ableger ziehen und mich vom Gesundheitszustand und der Aktivität der Bienen überzeugen.
Besonders wichtig und aufschlussreich war jedoch das Friedfertigkeitsverhalten meiner Mädels!
Während sie gestern (schönes Wetter, warm, Pollen und Nektar sammelnd) blendend gelaunt waren, präsentierten sich zwei der drei Völker heute – völlig zurecht – etwas gereizt: die Bienen flogen auf und summten nervös und leicht angespannt um ihren Imker herum. Gestochen hat keine!
Aber mein „Volk 2“ strahlte eine Ruhe aus, die sich meilenweit von den anderen beiden unterschied!
Obwohl ich unmittelbar nach dem Gewitter die Beute öffnete und immer noch ein paar Regentröpfchen fielen und obwohl ich mich deutlich schneller bewegte, als bei den anderen beiden Völkern (die sowieso schon nervös waren), ist nicht eine Biene aufgeflogen.
Das Volk zeigte unter denkbar schwierigen Bedingungen einen „ruhigen Bienensitz“ und hat somit die Qualifikation zum Zuchtvolk bestanden.
Ich werde also in dieser Saison meine Königinnen ausschließlich aus „Volk 2“ ziehen 🥰.
