Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die uns glücklich machen – nicht das allgegenwärtige „Streben nach Glück und Reichtum“.
Natürlich haben wir alle unsere größeren und kleineren Wünsche und freuen uns, wenn sich der eine oder andere erfüllt.
Aber hier denken wir in sehr unterschiedlichen Kategorien und leben definitiv in einer Klassengesellschaft. Während die einen froh sind, sich am Wochenende für das Familienfrühstück Brötchen leisten zu können und nicht wissen, von welchem Geld sie die nächsten Schulbücher der Kinder bezahlen sollen, jammern die anderen, dass der Champagner zu stark perlt oder das Lachsfilet zweieinhalb Grad zu kalt serviert wurde.
Ich ordne mich irgendwo dazwischen ein.
Hungern musste ich nie und meine Wünsche als Kind erfüllten sich auch in aller Regel.
Unverschämt war ich dabei – hoffentlich – eher nicht. Darauf haben meine Eltern geachtet und auch wir tun es bei unseren Kindern…
Der Gang aufs Gymnasium war lästig und der Sinn darin wollte sich mir lange nicht erschließen. Heute weiß ich, dass wir uns mir der Schulausbildung die Qualifikation ins weitere Leben erarbeiten und heute fragt niemand mehr, welchen Abiturschnitt „der erfolgreiche Tierarzt Diegel“ eigentlich hatte.
Warum auch – offensichtlich hat’s für den Einstieg ins Studium gereicht und das hat er auch erfolgreich abgeschlossen.
Später den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, sich hoch zu verschulden und viele Jahre an den Zinsen und Tilgungen zu zahlen, sah und sieht niemand.
Wir haben bei Null angefangen – streng genommen weit darunter.
Alles, was ihr jetzt an mir und um mich herum seht, haben wir – meine Frau Nadine und ich – uns hart und ehrlich erarbeitet.
Sieben Jahre Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft, nette Kunden, aber auch ungerechte, unfreundliche, undankbare.
Fünfzehn Jahre kaum Urlaube, viel zu wenig Freizeit, ständig die Sorge, das Geld könnte für unsere kleine Familie nicht ausreichen.
Die ständige Angst, dass eine unerwartete Krankheit uns den Boden unter den Füßen wegziehen könnte, denn Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es in der Selbständigkeit nicht (während die Kosten gnadenlos weiterlaufen).
Die Angst vor der schweren Krankheit wird immer bleiben – und der Respekt davor sollte es auch, denn dann ändert sich von heute auf morgen alles…
Ich arbeite seit einer Weile daran, diese Angst in Respekt umzulenken – das erleichtert den Alltag enorm.
Aber solange genieße ich das Leben mit meiner kleinen Familie, freue mich an den kleinen und größeren Wundern der Natur und bin zufrieden.
Demut war mir immer ein zu großes Wort – jetzt nicht mehr…
Nennen wir es Dankbarkeit, Zufriedenheit, innere Ruhe… Glück!

